Steuererklärung falsch ausgefüllt: Tipps zur Korrektur und Vermeidung
Eine Steuererklärung falsch ausgefüllt zu haben, ist kein seltenes Fehler-Szenario. Jedes Jahr reichen Millionen von Steuerpflichtige ihre Steuererklärung ein – und oft schleichen sich dabei kleine Ungenauigkeiten oder größere Fehler in der Steuererklärung ein. Ob falsche Angaben, vergessene Ausgaben oder ein Zahlendreher: Das Finanzamt prüft die Unterlagen genau. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, Fehler zu korrigieren und negative Konsequenzen zu vermeiden.
Gründe für Fehler in der Steuererklärung
Fehler gemacht werden häufig aus Unkenntnis, Zeitdruck oder fehlenden Belegen. Besonders, wenn man die Steuererklärung selbst erstellt, kann man etwas übersehen.
Typische Gründe:
- Unvollständige Einnahmen oder doppelte Angaben
- Falsche Zuordnung von Ausgaben
- Vergessene Belege
- Änderungen der persönlichen Situation, die nicht berücksichtigt wurden
Solche Fehler sind ärgerlich, können aber meist ohne Strafe oder großen Schaden behoben werden – wenn man rechtzeitig handelt.
Fehler bemerkt – was tun?
Wenn du feststellst, dass du einen Fehler gemacht hast, gibt es mehrere Wege zur Korrektur. Wichtig ist, schnell zu reagieren. Das Finanzamt erlaubt es, innerhalb einer Frist von einem Monat nach Erhalt des Steuerbescheids zu handeln.
Zwei Hauptoptionen:
- Einspruch gegen den Steuerbescheid
- Antrag auf schlichte Änderung
Beide Wege ermöglichen eine Richtigstellung, ohne dass sofort ein neues Verfahren nötig wird.

Antrag auf schlichte Änderung – der einfache Weg
Ein Antrag auf schlichte Änderung kann gestellt werden, wenn sich nachträglich ein Fehler in den Angaben herausstellt. Voraussetzung: Der Steuerbescheid ist noch nicht bestandskräftig.
Die schlichte Änderung des Steuerbescheids ist besonders sinnvoll, wenn du z. B. falsche Einnahmen oder vergessene Ausgaben nachreichen möchtest.
Ein kurzer schriftlicher Antrag beim Finanzamt genügt. In der Regel prüft ein Sachbearbeiter den Fall und passt den Steuerbescheid an. Das ist eine unkomplizierte Möglichkeit, kleine Fehler zu korrigieren.
Einspruch gegen den Steuerbescheid
Ist der Fehler gravierender oder betrifft mehrere Angaben, kann ein Einspruch eingelegt werden.
Der Einspruch muss innerhalb der Einspruchsfrist von einem Monat erfolgen. In diesem Fall wird der gesamte Bescheid erneut überprüft. Wichtig ist, alle Daten und Belege korrekt einzureichen und die Änderung nachvollziehbar zu begründen.
Ein Steuerberater kann helfen, die Arbeit zu erleichtern und formale Fehler zu vermeiden.
Schlichte Änderung des Steuerbescheids in der Praxis
Die schlichte Änderung des Steuerbescheids ist der häufigste Weg der Korrektur. Du schreibst einen formlosen Antrag mit Verweis auf den Fehler, erklärst die neue Berechnung und fügst die passenden Belege hinzu.
Beispiel: Du hast in der Steuererklärung versehentlich falsche Einnahmen angegeben oder die Arbeitnehmerkosten doppelt berechnet. Durch die Änderung kann das Finanzamt deine Steuerschuld korrigieren und das Ergebnis neu berechnen.
Bearbeitung durch das Finanzamt
Nach Eingang deines Antrags prüft ein Sachbearbeiter im Finanzamt die neuen Angaben. Die Bearbeitung kann je nach Arbeitsaufkommen einige Wochen dauern.
Falls du keine Antwort erhältst, kann eine kurze Nachricht über Mein ELSTER oder ein schriftliches Anschreiben hilfreich sein.
Einspruch oder Antrag – was ist besser?
Ob Einspruch oder Antrag auf schlichte Änderung sinnvoller ist, hängt von der Art des Fehlers ab.
- Kleine Fehler: einfache Änderung oder schlichte Änderung
- Größere oder strittige Fehler: formeller Einspruch
In beiden Fällen gilt: Halte die Frist von einem Monat unbedingt ein. Danach wird der Bescheid bestandskräftig.

Folgen bei nicht korrigierten Fehlern
Wird ein Fehler in der Steuererklärung nicht behoben, drohen Nachteile:
- falsche Steuerlast
- Rückforderungen oder Zinsen
- im Extremfall der Vorwurf der Steuerverkürzung oder sogar Steuerhinterziehung
Wer die Pflicht zur richtigen Abgabe seiner Steuererklärung verletzt, riskiert empfindliche Kosten und im schlimmsten Fall eine Strafe.
Beispiel: Fehler gemacht und Frist verpasst
Du hast deine Steuererklärung abgegeben und später bemerkt, dass du Fehler gemacht hast. Die Frist ist aber abgelaufen.
In diesem Fall kannst du nur noch über einen erneuten Antrag oder – bei erheblichen Irrtümern – über ein Wiederaufnahmeverfahren reagieren. Das ist komplizierter und meist mit höheren Kosten verbunden.
Steuerverkürzung und Steuerhinterziehung – wo ist der Unterschied?
Eine Steuerverkürzung liegt vor, wenn versehentlich zu wenig Steuern gezahlt werden. Eine Steuerhinterziehung dagegen setzt Vorsatz voraus – also bewusst falsche Angaben.
Wenn du etwas übersehen hast, aber kein Vorsatz besteht, gilt der Fehler als fahrlässig und ist meist ohne Strafe korrigierbar.
Korrektur nach der Abgabe
Auch nach der Abgabe kannst du deine Steuererklärung berichtigen. Solange das Finanzamt den Bescheid noch nicht verschickt hat, kannst du eine Korrektur einreichen.
Ist der Steuerbescheid bereits zugestellt, nutze den Antrag auf schlichte Änderung oder den Einspruch.
Umgang mit dem Finanzamt
Ein transparenter Umgang mit dem Finanzamt ist der beste Vorteil bei einem Fehler. Offene Kommunikation, vollständige Angaben und rechtzeitige Reaktion zeigen Kooperationsbereitschaft. Das kann den Sachbearbeiter positiv stimmen und das Verfahren beschleunigen. Eine einfache E-Mail ohne qualifizierte elektronische Übermittlung ist häufig nicht ausreichend; nutze Mein ELSTER oder die Schriftform.
Pflichten der Steuerpflichtigen
Jede Person ist zur richtigen Abgabe ihrer Steuererklärung verpflichtet. Dazu gehört die sorgfältige Prüfung aller Angaben und das Aufbewahren relevanter Belege.
Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, muss mit Konsequenzen rechnen – vor allem, wenn Steuern verkürzt werden.
Korrektur bei bereits gezahltem Geld
Hast du zu viel Geld ans Finanzamt gezahlt, kannst du nach einer Änderung eine Steuererstattung erhalten. Umgekehrt musst du bei einer höheren Steuerschuld nachzahlen. Das genaue Ergebnis hängt vom korrigierten Bescheid ab.

Nachteil vermeiden – rechtzeitig handeln
Der größte Nachteil entsteht, wenn man etwas zu spät bemerkt. Reagiere daher sofort, sobald du erkennst, dass du in deiner Steuererklärung Fehler gemacht hast.
Frühzeitige Korrektur spart Kosten, Strafen und unnötige Folgen.
Beispiel: Schlichte Änderung statt Einspruch
Beispiel: Du hast in deiner Steuererklärung vergessen, Ausgaben für ein Arbeitszimmer einzutragen. Nach dem Erhalt des Steuerbescheids stellst du das fest. In diesem Fall reicht ein Antrag auf schlichte Änderung aus. Das Finanzamt prüft die neuen Angaben und nimmt eine Änderung vor.
Kommunikation mit dem Finanzamt
Viele Finanzämter akzeptieren heute Anfragen über Mein ELSTER, schriftlich per Post oder durch Einwurf in den Hausbriefkasten. Wichtig ist, dass du immer das Aktenzeichen und deine persönlichen Daten angibst. So kann der zuständige Sachbearbeiter deinen Antrag schneller zuordnen.
Kosten und Vorteile der Korrektur
Eine Korrektur ist in der Regel kostenfrei und hat den Vorteil, dass du mögliche Steuerverkürzungen vermeidest. Zudem schützt sie vor einem Verdacht auf Steuerhinterziehung.
Wer alle Voraussetzungen beachtet, kann sich Ärger und Kosten ersparen.
Fazit
Eine falsch ausgefüllte Steuererklärung ist kein Drama – solange man richtig reagiert. Das deutsche Steuerrecht bietet mehrere Möglichkeiten, Fehler zu korrigieren, bevor daraus ernste Konsequenzen entstehen.
Ob Einspruch oder schlichte Änderung des Steuerbescheids: Wer schnell handelt, alle Angaben nachreicht und die Frist von einem Monat beachtet, behält die Situation in der eigenen Händen.

SpeedTax basiert auf dem ELSTER-Protokoll
SpeedTax ist ein modernes Tool zur Einkommensteuererklärung, das auf dem offiziellen ELSTER-Protokoll basiert – dem Standard für die sichere Datenübermittlung an die deutsche Finanzverwaltung. So kannst du sicher sein, dass deine Steuererklärung direkt und regelkonform beim zuständigen Finanzamt ankommt. SpeedTax zeichnet sich durch eine intuitive, benutzerfreundliche Oberfläche aus, die selbst komplexe Steuerfragen einfach verständlich macht. Anstatt komplizierte Formulare auszufüllen, wirst du Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess geführt – mit klaren Hinweisen und automatischen Hilfestellungen.
FAQ – Häufige Fragen zur Steuererklärung und Fehlerkorrektur
Was tun, wenn ich in meiner Steuererklärung einen Fehler gemacht habe?
Wenn du in deiner Steuererklärung Fehler gemacht hast, solltest du sofort handeln. Innerhalb einer Frist von einem Monat kannst du beim Finanzamt einen Antrag auf schlichte Änderung oder einen Einspruch einreichen. So vermeidest du mögliche Nachteile und Strafen.
Welche Pflicht habe ich bei der Abgabe meiner Steuererklärung?
Jeder Steuerpflichtige hat die Pflicht, seine Steuererklärung korrekt und vollständig einzureichen. Alle Angaben müssen wahrheitsgemäß sein, sonst droht bei groben Verstößen eine Steuerverkürzung oder im Extremfall eine Steuerhinterziehung.
Wie läuft eine Korrektur beim Finanzamt ab?
Die Korrektur erfolgt schriftlich. Du kannst über Mein ELSTER, per Brief oder persönlich beim Sachbearbeiter im Finanzamt eine Anzeige über den entdeckten Fehler einreichen. In der Regel nimmt das Amt eine Änderung oder schlichte Änderung des Steuerbescheids vor, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Kosten entstehen durch die Korrektur einer Steuererklärung?
Die Kosten einer Korrektur sind meist gering oder gar nicht vorhanden. Nur wenn du einen Steuerberater hinzuziehst, können Honorare anfallen. Der Vorteil: Eine professionelle Bearbeitung verhindert Fehler und spart auf lange Sicht Geld.
Welche Strafen drohen bei falschen Angaben?
Bei unabsichtlichen Fehlern erfolgt meist keine Strafe. Wenn das Finanzamt aber den Eindruck gewinnt, dass du absichtlich falsche Angaben gemacht hast, kann eine Anzeige wegen Steuerverkürzung oder Steuerhinterziehung folgen. Die Konsequenzen reichen von Geldbußen bis zu Freiheitsstrafen.
Wie lange dauert die Bearbeitung eines Änderungsantrags?
Die Bearbeitung eines Antrags oder einer Korrektur hängt vom Finanzamt ab. In einfachen Fällen erfolgt die Änderung innerhalb weniger Wochen. Komplexere Fälle können länger dauern, vor allem, wenn mehrere Angaben überprüft werden müssen.
Was passiert, wenn die Steuerlast nach der Korrektur steigt?
In manchen Fällen kann sich die Steuerschuld nach einer Korrektur erhöhen. Das ist möglich, wenn sich herausstellt, dass zu wenige Steuern gezahlt wurden. Umgekehrt kann bei zu hoher Zahlung eine Steuererstattung erfolgen. Das Ergebnis hängt vom korrigierten Steuerbescheid ab.



